• Bestattung Gerobel

Frieden am Hof

Der Name sagt schon alles: Friedhof – der Ort an dem Verstorbene ihren Frieden finden sollen. Für viele Hinterbliebene ist der Friedhof ein trauriger Ort mit traurigen Erinnerungen, denen man sich nur selten und wenn überhaupt, dann nur einmal im Jahr, stellen will. Der Besuch am Friedhof birgt für manche Leute auch eine gewisse Barriere, die man dadurch überwindet, weil es sich eben im Familienbrauch so gehört. Genauso verlangt es der Brauch, dass man zum Begräbnis geht um sich von dem verstorbenen Menschen zu verabschieden. Der Brauch gibt auch noch vor, wie ein Begräbnis abzulaufen hat. Speziell am Land ist das noch oftmals so der Fall, wie ich es selbst erlebt habe und ich in meinem Fall keine schöne Erinnerung an das Begräbnis meines Vaters hatte.

Die Kriche in der Steiermark, in welcher mein Vater beerdigt worden ist

Mein leiblicher Vater ist im Alter von 58 Jahren, viel zu früh, von uns gegangen. Den genauen Grund für seinen Tod habe ich, als sein erstgeborener Sohn, bis heute nicht erfahren. Meine Verwandten in der Steiermark, die in der letzten Zeit vor seinem Tod mit ihm oft in Kontakt waren, konnten oder wollten mir bis heute nicht sagen, was der Grund für seinen Tod war. Und ich selbst habe deswegen Angst, mich selber darüber zu informieren. Also ist die Frage bis heute für mich unbeantwortet. Und eigentlich ist es mir egal, denn mein leiblicher Vater war nie für mich da und er hat mich und meine Mutter alleine gelassen, als ich noch ein Baby war. Sein Alkoholproblem und sonstigen Exzesse qualifizierten ihn dazu nicht mehr, ihn als Vater wirklich anzuerkennen.


Das ist natürlich ein großes Problem und ich war mir schon sehr früh darüber bewusst, dass es mir nicht gut tut, diesen Menschen zu verachten oder anders gesagt, ihm böse zu sein. Seine schwache Seele und seine Krankheit sind das Problem unter dem nicht nur ich zu leiden hatte. Und er war kein schlechter Mensch, ganz im Gegenteil. Er hatte auch seine guten Seiten und selbst meine Mutter, die gutes Recht hatte, auf ihn böse zu sein, verweigerte mir nicht den Kontakt zu ihm. So verzieh ich ihm und ich konnte meine Halbbrüder kennen lernen und mit ihnen spielen und als Freunde immer wieder sehen.


Aber dennoch war ich immer wieder in einer emotionalen Zwickmühle, hin- und hergerissen zwischen Gefühlen der Vergebung und Friedfertigkeit und dem Gefühl von Verlust und Angst vor Enttäuschung, welches ich durch ihn schon erfahren hatte. Insofern baute sich eine Art Schutzwand vor mir auf, durch welche ich mich emotional von ihm abgrenzen konnte. Und das funktionierte ganz gut. Über die Jahre hinweg erfuhr ich von meinen Brüdern und sonstigen Verwandten, wie es meinem leiblichen Vater so geht. Selbst habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen, es interessierte mich auch herzlich wenig, wenn er wieder einmal bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen hatte. Meine restliche Verwandtschaft väterlicherseits interessierte mich auch wenig, da ich irgendwie das Gefühl hatte, trotz ihrer aufgesetzten Freundlichkeit, nicht wirklich dazu zu gehören, als erstgeborener unehelicher Sohn einer gutbürgerlichen christlichen Familie. Das ist ja nach „alter“ Tradition oder Brauch eine Sünde, ein Kind auf die Welt zu bringen, wenn man nicht verheiratet ist.


Und so war es auch, dass am Tag des Begräbnisses am Friedhof meine Mutter nicht eingeladen war. Sie wäre sowieso nicht gekommen. Nur die Tatsache, dass mein Onkel, der sich um alles rund um die Bestattung kümmerte, mir mit einem Schulterklopfer mitteilte, dass es ihm leid tue meine Mutter nicht eingeladen zu haben, weil sich das irgendwie nicht gehört, drückte in jenem Moment doch sehr auf meine Tränendrüse und in diesem Moment fühlte ich nur Verachtung für das was sich nun gerade hier abspielte. Selbst jetzt, wo die leibliche Verbindung zwischen mir und meiner väterlichen Verwandtschaft zu Grabe getragen wird, kann man nicht davon ablassen, in völlig unnötig entstandene Wunden der Vergangenheit zu bohren.


Das Begräbnis selbst habe ich als kalt, düster, grau und schmerzhaft in Erinnerung. Die mittelalterliche Kirche außerhalb der Ortschaft, umgeben von einem düsteren Friedhof, war unbeheizt. Ich gab mir größte Mühe meine vor Kälte zitternden Beine in Zaum zu halten. Der warme Atem zeigte sich durch den Hauchnebel, der aus den Mundöffnungen der trauernden Personen strömte. Vorne in der Mitte vor dem Altar stand der hellbraune Sarg meines verstorbenen Vaters. Die Messe dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Es war mir bis auf die Knochen eiskalt und genauso erlebte ich die Stimmung in jener Kirche. Der Pfarrer predigte unentwegt in einer endlosen Dauerschleife immer wieder das gleiche Gebet. Die Worte hämmerten sich quasi bereits in meinen Kopf, der nur noch hoffte, dass dieses schaurige Spektakel bald vorbei sein müsse.


Und endlich war es soweit. Der Trauerzug marschierte mit dem Sarg und uns direkten Verwandten zu Beginn an aus der Kirche zur letzten Ruhestätte am Friedhof. Dort angekommen, war bereits alles vorbereitet. Ich kann mich jetzt nicht mehr im Detail erinnern, wie das hier am Grab so abgelaufen ist, doch eines ist mir ganz tief in Erinnerung geblieben. Plötzlich gab mir jemand von hinten einen sanften Schubs nach vorne Richtung Grab. Ich ging mit weichen Knien nach vorne und nahm vom Pfarrer eine Schaufel entgegen, welche er mir reichte. Mit dieser Schaufel blickte ich hinunter ins Grab und auf den Sarg, auf welchem ein paar Blumen gelegen sind. Ein komisches Schwindelgefühl überkam mich und in meinem Kopf lief all der Schmerz der vergangenen Jahre über meinen Rücken und ich warf ein wenig Erde hinab.


Zu diesem Zeitpunkt liefen mir bereits unendlich viele Tränen die Backen hinunter und ich verlies schnellen Schrittes die Zeremonie. Ich torkelte an den anderen Gräbern vorbei auf die Rückseite der Kirche, um in diesem Moment alleine zu sein. Mir kam es so vor, als würde mich meine Gleichgültigkeit meinem leiblichen Vater gegenüber nun einholen. Einerseits wollte ich ihm jetzt aus tiefsten Herzen verzeihen und ihm alles Gute für sein Leben nach dem Tod wünschen und andererseits kam wieder dieser Hass in mir auf, dass er mich nun ganz verlassen hat und wahrscheinlich nur wegen seiner Alkoholkrankheit…

Jedenfalls verarbeitete ich das in Gesprächen mit meinen Brüdern und meiner Mutter, die mich dabei sehr unterstützt haben. Mittlerweile habe ich damit auch abgeschlossen und das Grab auch wieder besucht, ohne in einen emotionalen Konflikt zu geraten. Insofern ist nun auch dieser gruselige Friedhof für mich als ein Ort für „Frieden am Hof“ geworden.


Wenngleich ich noch nie zuvor so ein grausiges Begräbnis erlebt habe, hat es zumindest doch auch eine gute Seite. Jetzt weiß ich, warum es wichtig ist, einen Bestatter zu haben, der sich auch darum kümmert, den Abschied in positiver Erinnerung zu behalten. Daher wäre es mir viel lieber gewesen, Gregor Gerobel hätte sich um die Bestattung meines Vaters gekümmert.

Standorte der Bestattung Gerobel

Bestattung Gerobel Wiener Neustadt

Neuklosterplatz 2/10
2700 Wiener Neustadt

 

Telefon: +43 2622 27 760

Bestattung Gerobel Pfaffstätten

Emil Kögler Gasse 16
2511 Pfaffstätten

 

Telefon: +43 664 882 674 26

Bestattung Gerobel Baden

Friedhofstraße 4 / Top1
2500 Baden

 

Telefon: +43 664 882 674 26

Zentrale:

Bestattung Gerobel KG

Neuklosterplatz 2/10
2700 Wiener Neustadt

 

24 Stunden-Hotline: +43 664 882 674 26
E-Mail: info@bestattung-gerobel.at

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