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Leben am Wiener Zentralfriedhof

Aktualisiert: 20. Feb 2019


Reges Treiben am Wiener Zentralfriedhof ist keine Seltenheit. Viele Besucher/innen kommen immer wieder gerne hierher um die schönen Gräber berühmter Persönlichkeiten zu bewundern oder einfach nur um die Natur und Ruhe zu genießen. Der Zentralfriedhof birgt aber zusätzlich wahre Überraschungen und eine bunte Welt von Pflanzen und Tieren.

Das Grab von Falco am Wiener Zentralfiedhof

Wie hat es Falco so schön formuliert: "In Wien musst zuerst sterben bevor sie dich hochleben lassen!". Und auch Wolfgang Ambros erzählt in seinem Hit "Es lebe der Zentralfriedhof" über das besondere Ambiente auf Österreich's größtem Firedhofsgelände.


Tierwelt am Zentralfriedhof

Reh am Wiener Zentralfriedhof

Tiere am Friedhof, wie ist das zu verstehen? Ja, am Gelände des Wiener Zentralfriedhofes leben zwanzig Rehe, Hamster, Dachse, Marder, Eichkätzchen und viele weitere europäische Waldbewohner. Auch Falken wurden immer wieder gesichtet. Hier können sie ungestört in einem sozusagen sicheren Lebensraum leben. Die prächtige Vegetation sorgt für ausreichend Nahrung und der äußerst geringe Autoverkehr stellt keine Gefahr für die Fauna des Friedhofes dar. Geographisch gesehen zählt der Wiener Zentralfriedhof zum östlichen Grüngürtel der Stadt Wien. Er befindet sich zur Gänze am Gebiet des 11. Wiener Gemeindebezirkes - Wien Simmering. Als Sehenswürdigkeit und renommierter Teil des Wiener Stadtbildes liegt es in großem Interesse, das ökologische Gleichgewicht am Wiener Zentralfriedhof zu bewahren, der immerhin zu den größten Friedhofanlagen der Welt zählt. In Europa ist nur der Friedhof Ohlsdorf in Hamburg mit seinen 391 Hektar noch größer. Der Wiener Zentralfriedhof liegt mit einer Fläche von 250 Hektar somit in Europa auf Platz zwei und weltweit auf dem siebten Platz.


Geschichte des Wiener Zentralfriedhofes

Eröffnet wurde der Wiener Zentralfriedhof am 1. November 1874. Aufgrund des damals enormen Städtezuwachses und der Tatsache, dass die bestehenden Kommunalfriedhöfe zu wenig Platz boten. Hier liegen die österreichischen Präsidenten der Vergangenheit begraben. Mit einer aktuellen Kapazität von 330.000 Gräbern und etwa drei Millionen Verstorbenen bietet Europas zweitgrößter Friedhof religionsübergreifend Ruhestätten an. Neben dem christlichen Hauptteil, gibt es einen relativ jungen jüdischen Friedhof, einen evangelischen Friedhof, einen islamischen Teil sowie rumänisch-orthodoxe, russisch-orthodoxe, griechisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe, koptisch-orthodoxe und buddhistische Bereiche. Dazu kommen 1.000 sogenannte Ehrengräber berühmter Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Im Sinne der Stadt Wien ist die Vergabe eines Ehrengrabes die höchste Ehre, die einem Menschen nach dem Tod zu Teil werden kann.


Folgen im Bestattungswesen Aufgrund der Josephinischen Reform


Bereits 90 Jahre vor der Eröffnung des Wiener Zentralfriedhofes führte der damalige Regent Österreichs, Kaiser Joseph II, Sohn von Kaiserin Maria Theresia, die sogenannten „Josephinischen Reformen“ ein. Kaiser Joseph II fühlte sich als fortschrittlicher Kaiser, der viele Entscheidungen aus dem Nutzen heraus und der Effizienz wegen traf. Dies bewerkstelligte der Kaiser sehr konsequent, in dem er gesellschaftliche Angelegenheiten und Interessen komplett der staatlichen Verwaltung von Österreich unterordnete. Speziell wurde damit auch versucht religiöse Angelegenheiten durch und von der österreichischen Regentschaft steuern zu lassen. Insofern stellte der Josephinismus eine der Hauptquellen für die katholische Aufklärung dar und hatte nachhaltige Auswirkungen auf das Bestattungswesen und Friedhöfe in Wien. Friedhöfe in den inneren Bezirken (1 - 9) mussten aufgelassen werden. Stattdessen wurden 5 Kommunalfriedhöfe außerhalb errichtet:

Alter Teil des Wiener Zentralfriedhof

· Sankt Marxer Friedhof

· Hundsturmer Friedhof

· Matzleinsdorfer Friedhof

· Währinger Friedhof

· Schmelzer Friedhof


Zusätzlich sollten auf Geheiß des Kaisers Bestattungen möglichst effizient, kostengünstig und funktionell gestaltet werden. Schachtgräber (die heute uns wohl bekannte und meist gebräuchlichste Grabart) und Mehrweg-Klappsärge sind zwei Beispiele für kaiserlich verordnete Maßnahmen. Einige Reformen wurden revidiert. Jedoch befindet sich auch heute noch kein einziger Friedhof in den inneren Wiener Gemeindebezirken. Das Schachtgrab, gängigste Variante der Erdbestattung, ist ebenfalls durch die Reformen von Kaiser Joseph II bis heute aufrecht geblieben. Auch am Zentralfriedhof ist das Schachtgrab sehr weit verbreitet.


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wuchs die Einwohner-Anzahl in Wien rasant an. Die genannten kommunalen Friedhöfe außerhalb des damaligen Wiener Stadtgebietes, drohten bald ihre Auslastungskapazität zu erreichen. Zeitgleich waren Bestrebungen im Gange, das Stadtgebiet auszuweiten und daher auch die Friedhöfe aufzulassen. Es war nicht populär, Friedhöfe direkt im Stadtgebiet zu integrieren. Daher beschloss im Jahr 1863 der Wiener Gemeinderat, den Wiener Zentralfriedhof zu erreichten, möglichst weit außerhalb des Wiener Stadtgebietes und mit einer solchen Größe, dass man sich auf lange Zeit keine Gedanken mehr um dieses Problem der Friedhof-Auflassung zu machen brauche. Im Rahmen dieses infrastrukturellen Großprojektes wurde auch die alleinige Zuständigkeit der Kirche für Begräbnisstätten aufgehoben und somit eine folgenreiche Reform durchgesetzt. Nun konnte die Stadt Wien ohne die Kirche Bestattungen durchführen und Friedhöfe verwalten.


Bei der Friedhofsplanung wurde damit spekuliert, dass Wien bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in etwa vier Millionen Einwohner besitzen würde. Bei der Ortswahl entschied man sich auf das Territorium von Kaiserebersdorf im Südosten der Stadt. Das flache Gelände und der leicht zu bearbeitende Lössboden eignete sich hervorragend für die Errichtung eines großen und nachhaltigen Friedhofes.


Nach einer Bauzeit von drei Jahren (1871 - 1874) war der Wiener Zentralfriedhof offiziell in seiner heutigen Größe fertig gestellt und eröffnet, umrandet von einer langen Friedhofsmauer. Aber er war bereits zwei Jahre vor Fertigstellung bereits in Betrieb, Aufgrund des Platzmangels auf den kommunalen Friedhöfen der Stadt Wien.


Der Wiener Zentralfriedhof, so nachhaltig und ausgeklügelt er in seinen Grundzügen entworfen und errichtet worden ist, so unbeliebt war er auch bei der Bevölkerung. Sein trostloses Erscheinungsbild, die karge Vegetation und die lange Anreise aus der Stadt verärgerte zunehmend die Wiener Bevölkerung. Der Wiener Zentralfriedhof war auch nach seiner offiziellen Eröffnung noch lange nicht fertig gestellt. Der Bau zahlreicher Gebäude verzögerte sich und die Anbindung an ein Verkehrsnetz blieb aus. Über die vielen Jahre hinweg haben sich jedoch zahlreiche auch kostenintensive Bemühungen dennoch überaus bezahlt gemacht, aus der schlecht besuchten Wiener Totenstadt ein interessantes Naherholungsgebiet zu machen. Heute lebt der Wiener Zentralfriedhof mehr denn je und er wird von vielen Einwohnern auch zum Spazieren und „die Seele baumeln lassen“ verwendet. Selbst sportliche Menschen nutzen beim Lauftraining einen ungestörten Besuch bei den Verstorbenen - warum denn eigentlich nicht? Denn es gehört der Tod genauso zum Leben wie die Geburt und als solches das Leben auch auf den Friedhof.

Standorte der Bestattung Gerobel

Bestattung Gerobel Wiener Neustadt

Neuklosterplatz 2/10
2700 Wiener Neustadt

 

Telefon: +43 2622 27 760

Bestattung Gerobel Pfaffstätten

Emil Kögler Gasse 16
2511 Pfaffstätten

 

Telefon: +43 664 882 674 26

Bestattung Gerobel Baden

Friedhofstraße 4 / Top1
2500 Baden

 

Telefon: +43 664 882 674 26

Zentrale:

Bestattung Gerobel KG

Neuklosterplatz 2/10
2700 Wiener Neustadt

 

24 Stunden-Hotline: +43 664 882 674 26
E-Mail: info@bestattung-gerobel.at

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